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Vermutlich hast du gerade auf diesen Beitrag geklickt, weil dich das Thema Künstliche Intelligenz unlängst eingeholt hat. Du fragst dich, was dahintersteckt und willst jetzt endlich mal Tacheles reden. Du bist fasziniert, interessiert, aber auch besorgt.

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Du hast so dies und jenes gehört und vielleicht auch schon selbst ein bisschen damit herum probiert. Jetzt bist du selbstverständlich davon überzeugt, dass die KI entweder erst deinen Job und später die ganze Welt an sich reißt oder dass die KI dein Leben sowas von leichter machen wird, sodass du nahezu alle lästigen Tätigkeiten abgeben kannst. Du willst Beistand auf allen Ebenen deines Lebens und wärst sogar bereit, die KI deinen nächsten Pitch, ja sogar dein Tagebuch schreiben zu lassen. Stooopp, stoopp, stooopp! Um die KI clever zu nutzen, sollten wir weder in das eine noch das andere Extrem verfallen. Also lass uns doch gemeinsam erst mal Klarheit schaffen. Was verbirgt sich hinter dem Trendwort KI, was geht und was nicht?  

Zur Definition möchten wir als erstes den Untersuchungsgegenstand selbst befragen. Wir öffnen also Chat GPT, loggen uns ein und fragen zugegebenermaßen ganz naiv:

“Liebe KI, wer oder was bist du?”

​​Liebe Nutzerin, Künstliche Intelligenz (KI) bezieht sich auf die Entwicklung von Computerprogrammen und -systemen, die in der Lage sind, menschenähnliches Denken und Verhalten zu imitieren oder zu simulieren. KI zielt darauf ab, Maschinen mit Fähigkeiten auszustatten, die es ihnen ermöglichen, Aufgaben auszuführen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern würden. KI umfasst verschiedene Techniken wie maschinelles Lernen, neuronale Netze, natürliche Sprachverarbeitung, Expertensysteme und mehr. Durch die Kombination dieser Techniken können KI-Systeme Daten analysieren, Muster erkennen, Vorhersagen treffen, Entscheidungen treffen und sogar menschenähnliche Interaktionen ermöglichen.

“Okay, Danke dir” (Wir haben uns angewöhnt – falls es doch zu einer KI Apokalypse kommt, Sympathie Punkte zu sammeln und bedanken uns immer höflichst)

Die erste Frage muss also lauten: Was ist eigentlich intelligent? Hierfür ziehen wir dann doch lieber ein Lexikon zu Rate und werfen einen Blick ins Fachbuch für Psychologie. 

Dort heißt es: Intelligenz ist die Fähigkeit, aus Erfahrung zu lernen, Probleme zu lösen und sich an neue Situationen anzupassen. Laut Robert Sternbergs triarchischer Intelligenztheorie wird vorgeschlagen, dass es drei unterschiedliche Intelligenzen gibt: 1. die analytische (Problemlösen) 2. die praktische  und 3. die kreative Intelligenz. 

Die ersten beiden Aspekte kannst du dir vielleicht mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz im Bereich des Möglichen vorstellen: aber die kreative Intelligenz? Und überhaupt, was ist eigentlich mit der emotionalen Komponente?

Keine Sorge, wir werden später darauf zurückkommen (Versprochen!)

Nix Neues

Kurzer Disclaimer: Das Thema KI nimmt zwar gerade einen großen Raum im öffentlichen Diskurs ein und durch einige Neuerungen ist dies auch dringend notwendig. Dennoch ist KI in unserem Alltag nichts Neues. Siri & Alexa – Kennst’e längst, oder? 

Wir unterscheiden zwischen schwacher, auch als Narrow AI oder spezialisierte KI bezeichnet und starker KI. Schwache KI sind darauf ausgelegt, spezifische Aufgaben effizient und präzise zu erledigen, jedoch fehlt ihnen die Fähigkeit, außerhalb ihres definierten Anwendungsbereichs flexibel zu agieren.

Diese Art von KIs verwenden oft Algorithmen und Techniken wie maschinelles Lernen, um bestimmte Datensätze oder Muster zu trainieren und die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Ein Beispiel hierfür sind Empfehlungssysteme oder das autonome Fahren. 

Auch wenn die Fortschritte der KI-Systeme uns ganz schön vom Hocker hauen und so manchen von uns überraschen, so lässt sich festhalten, dass selbst fortschrittliche Systeme immer noch als schwache KIs betrachtet werden, da sie in spezifischen Aufgabenbereichen spezialisiert sind und keine umfassende allgemeine Intelligenz besitzen, die mit der menschlichen Intelligenz vergleichbar ist. Der Weg zur Entwicklung einer echten starken KI, die die kognitive Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns erreicht, ist weiterhin ein Ziel intensiver Forschung.

Trotzdem möchten wir dir natürlich eine Top 3 der bestehenden Techniken geben:

  • OpenAIs GPT-3: Das GPT-3-Modell von OpenAI ist eines der leistungsfähigsten Sprachgenerierungsmodelle. Es kann menschenähnliche Texte erzeugen, Fragen beantworten, Übersetzungen durchführen und sogar einfache Dialoge führen.
  • DeepMinds AlphaGo: AlphaGo ist ein KI-Programm von DeepMind, das große Aufmerksamkeit erregt hat. Es konnte professionelle menschliche Spieler im Spiel Go schlagen, einem komplexen Strategiespiel mit vielen möglichen Zügen. AlphaGo verwendet fortgeschrittene Techniken des maschinellen Lernens, einschließlich neuronaler Netze und verstärkendem Lernen.
  • IBMs Watson: Watson ist ein bekanntes KI-System von IBM, das in der Lage ist, riesige Mengen an Daten zu analysieren und komplexe Fragen zu beantworten. Es hat seine Fähigkeiten in Bereichen wie Gesundheitswesen,  Finanzen und Kundenservice unter Beweis gestellt.

Das geht und das nicht

Wie versprochen wollen wir nun noch einmal auf die Emotionale Intelligenz zurückkommen. Gemeint ist damit: 

  • die Fähigkeiten, Emotionen wahrzunehmen (sie im Gesichtsausdruck, in der Musik und in Geschichten zu erkennen),
  • Emotionen zu verstehen (sie vorherzusagen und anzugeben, wie sie sich verändern und ineinander übergehen),
  • mit Emotionen umzugehen (zu wissen, wie man sie in unterschiedlichen Situationen zum Ausdruck bringt) und
  • Emotionen zu nutzen.

Nach bisherigem Stand ist diese Erweiterung der Definition von Intelligenz in den bisherigen KI-Systemen nicht umsetzbar. Hinzu kommt die mangelnde Kreativität, also die Fähigkeit, neuartige, nützliche Ideen hervorzubringen. Sie korreliert etwas mit Intelligenz, aber oberhalb eines IQs von 120 tendiert die Korrelation gegen null. Sie korreliert auch mit Expertenwissen, mit dem Vorstellungsvermögen, mit einer risikobereiten Persönlichkeit, mit intrinsischer Motivation und mit der Unterstützung, die von einer kreativen Umwelt ausgeht. Es sind unterschiedliche Gehirnareale aktiv, wenn wir konvergent denken (die Art des Denkens, das wir benötigen, um Lösungen in Intelligenztests zu finden) und wenn wir divergent denken (die Art des Denkens, das wir benötigen, um zu mehreren einfallsreichen Lösungen zu kommen). Zwar können wir nicht ausschließen, dass wir uns auch hier zunehmend annähern, aber bisher gibt es noch keine KI, die purer Lebensfreude montags morgens top motiviert “No risk, no fun” brüllt. Schade, eigentlich eine lustige Vorstellung … 

Nun aber weiter im Protokoll, denn ebenso müssen wir beachten, dass KI-Systeme nur so gut sind wie die Daten, mit denen sie trainiert werden. Programme wie beispielsweise Chat GPT greifen dabei auf die Informationen zurück, die im Netz gefunden werden können. Dies begrenzt das Wissen einerseits auf digitalisierte Inhalte und gleichzeitig macht es auch den Raum für jede Menge Stuss auf. Denn sind wir mal ganz ehrlich: in den Tiefen des WWW lagert so einiger Sondermüll (natürlich versucht die KI ihre Infos zu validieren, dies klappt jedoch nicht immer im gewünschten Maße).

Wir fragen uns an dieser Stelle jedoch auch: Heißt es nicht “irren ist menschlich” und macht es die KI nicht umso lebensechter? Du siehst: Disziplinen wie Philosophie, Ethik und Co. gewinnen an Relevanz!

Fake News

Neben den Werten und Normen, die wir für die Verwendung von KI-Techniken überdenken müssen, ist durch die immer exakter arbeitenden Bilderstellung ebenso eine potenzielle Gefahr für Fake News gegeben. Mittlerweile ist es problemlos möglich, täuschend echte und manipulierte Bilder zu erzeugen, die schwer von authentischen Bildern zu unterscheiden sind. KI-gestützte Bildgenerierungstechniken wie Deepfakes können Gesichter oder andere visuelle Elemente nahtlos in vorhandene Bilder oder Videos einfügen und so für eine realistische Manipulation sorgen. Diese Bilder können dann zur Erstellung und Verbreitung von irreführenden Informationen verwendet werden. Die Darstellung von Personen in gefälschten Situationen oder Kontexten kann besonders durch die Reichweite der sozialen Medien schnell verbreitet werden und zur Desinformation und Täuschung führen. 

Nicht Feuer mit Feuer bekämpfen, oder doch? Zum Glück gibt es bereits Forscher:innen, die sich intensiv mit technologischen Lösungen wie Bildforensik und KI-gestützten Erkennungsalgorithmen beschäftigen, um die Fälschungen aufzudecken. Gleichzeitig erfordert es ein Bewusstsein und kritisches Denken der Nutzer:innen, um Informationen zu überprüfen und nicht blindlings auf visuelle Beweise zu vertrauen. Medienkompetenz wird somit wichtiger denn je.

Macht KI bald meinen Job?

Kurz einmal zur Einordnung: Schon im 17. Jahrhundert glaubten die Menschen, durch die beginnende Industrialisierung nun ohne Job dazustehen. Dramatisch vor allem, wenn wir bedenken, dass es damals noch keinerlei Absicherungssysteme gab. Auch die Erfindung des Fahrrads erschien gefährlich, brachte angeblich den Verkehr zum Erliegen und erst der Walkman… wahres Entsetzen und die Angst vor Entfremdung! 

Doch, was ist passiert? Natürlich gab es einen maßgeblichen gesellschaftlichen Wandel, doch im Prinzip können wir rückwärts betrachtet eine Verlagerung und einen extremen Booster für die Globalisierung ausmachen. Und die Erkenntnis: Es gibt immer noch viel zu tun! 

Dennoch ist die Besorgnis selbstverständlich nachvollziehbar. Taxifahrer:innen, die vom autonomen Fahren ersetzt, Dolmetscher:innen, die unnötig werden, Buchhaltung, die komplett gekapert werden und Texter:innen, die allein schon vom Tempo nicht mehr mithalten. Eine Zukunftsdystopie macht sich auf. Zum Glück gibt es auch Stimmen, die das Ganze einzuordnen versuchen. Expert:innen vermuten, dass in Anbetracht der aktuellen Panik folgender Grundsatz gilt: Kurzfristig wird die Problematik überschätzt, langfristig unterschätzt. 

Wir geben daher fünf nützliche Tipps, damit du den Kopf nicht in den Sand stecken musst:  

  • Halte dich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden: Informiere dich regelmäßig über die neuesten Entwicklungen in deiner Branche und im Bereich der KI. Dies ermöglicht es dir, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren und deine Fähigkeiten anzupassen.
  • Entwickle ein Verständnis für KI: Bildung ist der Schlüssel. Informiere dich über die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und deren Anwendungsbereiche. Dies hilft dir, die Potenziale und Herausforderungen von KI in deinem Arbeitsumfeld besser zu verstehen.
  • Verbessere deine Soft Skills: KI kann bestimmte Aufgaben automatisieren, aber menschliche Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität, emotionale Intelligenz und zwischenmenschliche Kommunikation bleiben weiterhin wichtig. Entwickle und stärke diese Soft Skills, um deinen Mehrwert in Bereichen zu demonstrieren, die von menschlicher Interaktion und Urteilsvermögen abhängen.
  • Sei offen für lebenslanges Lernen: Die kontinuierliche Weiterbildung und das Erlernen neuer Fähigkeiten sind entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Identifiziere Bereiche, in denen du dich weiterentwickeln möchtest, und investiere Zeit und Energie in deine persönliche und berufliche Entwicklung.
  • Suche nach Synergien mit KI: Identifiziere Möglichkeiten, wie du KI als Werkzeug nutzen kannst, um deine Produktivität zu steigern und dich effektiver zu machen. Erkunde, wie du mit KI-Systemen zusammenarbeiten kannst, um bestimmte Aufgaben zu automatisieren oder dich bei komplexen Problemlösungen zu unterstützen. Betrachte KI als Partner und Werkzeug, nicht als Bedrohung.

Es gilt also: Durchatmen! Irgendwie finden wir es doch auch ganz nett, wenn wir daran denken, dass eine KI bald unsere Steuererklärung erledigt, den Müll runterbringt, und wir uns seelenruhig in eine chillige 4-Tage-Woche begeben können…

Fazit

Mit unserem Beitrag möchten wir dich nicht nur informieren und dir ein paar Überlebenstipps geben, sondern eben auch dein Selbstbewusstsein stärken, um dir eine neue Perspektive zu ermöglichen. KI als Rettung aus industrieller Lohnarbeit mit ihren funktionalen Zwängen, das bedeutet, liebe Leute: Repetitive und monotone Tätigkeiten könnten überflüssig werden! Ein Prozess, der laut Zukunftsinstitut Frankfurt nicht linear oder quantitativ zum „Wegnehmen von Arbeitsplätzen“, sondern zu einer ständigen Verschiebung hin zu kreativen und kommunikativeren Tätigkeiten führt. Aber auch in stark routinierten Berufen spielen menschliche Kompetenzen eine wichtige Rolle.  Das Berufsspektrum fordert von uns daher immer komplexere Fähigkeiten. Du solltest dich daher nicht nur in der Bedienung der KI qualifizieren, sondern eben auch deine zutiefst “menschlichen” Fähigkeiten stärken, denken wir an Empathie, Rhetorik, Überzeugungskraft. Es besteht die Möglichkeit, dass traditionelle Berufe, die Gefahr laufen, „taylorisiert“ zu werden, heißt es weiterhin beim Zukunftsinstitut. Dennoch bleibt die Frage, wieso wir in der öffentlichen Debatte sowohl über Fachkräftemangel als auch über KI-Job-Klau debattieren, ohne hier ein perfektes Match zu outen? Schleicht sich hier die typische “German Angst” ein? 

We will see! Und zu guter Letzt: 

Liebe KI, was sind die schönsten Abschlussworte für eine:n engagierte Blogbeitrags-Leser:in? 

Zum Schluss möchte ich dir als engagierten Leser meines Blogbeitrags meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Deine wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit bedeuten mir viel. Ich hoffe, dass dieser Beitrag dich inspiriert, informiert und zum Nachdenken angeregt hat. Dein Engagement zeigt dein Interesse an den behandelten Themen und deine Bereitschaft, dich weiterzubilden und neue Perspektiven zu erkunden.

Ich ermutige dich, das Gelernte in deinem eigenen Leben anzuwenden und es mit anderen zu teilen. Gemeinsam können wir eine aufgeklärtere und fortschrittlichere Welt gestalten.

Das letzte Wort wollen wir dennoch behalten und daher geben wir euch noch flott ein kleines P.S und damit einen wunderbaren Buchtipp mit auf den Weg: Marc Uwe Kling: QualityLand, Ullstein Verlag, 978-3-548-29187-1

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