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Ein Website-Relaunch gelingt, wenn du drei Dinge sauber planst. Erstens: Welche alten URLs leitest du wohin weiter? Zweitens: Welche Inhalte ziehen um? Drittens: Was prüfst du am Tag des Go-live? Die meisten Relaunches, die bei Google abstürzen, scheitern nicht am Design, sondern an vergessenen Weiterleitungen und verlorenen Inhalten.

Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Websites neu gebaut und umgezogen, von kleinen Unternehmensseiten bis zu Online-Shops. Diese Checkliste ist genau die, mit der wir selbst arbeiten. Du kannst sie abhaken, egal ob du den Relaunch intern stemmst oder mit einer Agentur.

Inhalt

  1. Was ist ein Website-Relaunch und wann brauchst du einen?
  2. Relaunch, Redesign oder technischer Relaunch?
  3. Phase 1: Analyse & Planung (Punkte 1–8)
  4. Phase 2: Konzept, Inhalte & Design (Punkte 9–15)
  5. Phase 3: Entwicklung & Staging (Punkte 16–22)
  6. Phase 4: Go-live (Punkte 23–27)
  7. Phase 5: Die ersten 4 Wochen danach (Punkte 28–30)
  8. Die fünf häufigsten Fehler beim Relaunch
  9. FAQ zum Website-Relaunch

Was ist ein Website-Relaunch und wann brauchst du einen?

Bei einem Website-Relaunch wird eine bestehende Website grundlegend erneuert: Technik, Struktur, Inhalte und Design. Die Domain bleibt dabei meist gleich. Anders als beim Neubau hast du schon Besucher*innen, Rankings und Backlinks. Genau die willst du mitnehmen.

Ein Relaunch lohnt sich meist, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Die Seite lädt langsam oder fällt bei den Core Web Vitals von Google durch.
  • Sie funktioniert auf dem Smartphone schlecht, obwohl dort die meisten Besuche herkommen.
  • Niemand im Team kann sie mehr pflegen, weil das System (CMS) veraltet ist oder jede Änderung beim Entwickler landet.
  • Sie ist nicht barrierefrei. Seit dem 28.06.2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) u. a. für viele Online-Shops und digitale Dienstleistungen gegenüber Verbraucher*innen. Mehr dazu auf unserer Seite zu barrierefreien Websites.
  • Deine Marke hat sich verändert, die Website erzählt aber noch die alte Geschichte.
  • Es kommen kaum Anfragen, obwohl Besucher*innen da sind.

Trifft nur ein Punkt zu, reicht oft eine gezielte Optimierung. Treffen drei oder mehr zu, ist ein Relaunch fast immer günstiger als ständiges Flicken.

Relaunch, Redesign oder technischer Relaunch?

Die Begriffe werden oft wild gemischt. So grenzen wir sie ab:

Was sich ändert Typischer Anlass
Redesign Nur das Aussehen. Struktur, Inhalte und Technik bleiben. Neues Corporate Design
Technischer Relaunch Das System darunter (CMS, Hosting, Code). Die Seite sieht fast gleich aus. Veraltetes CMS, Sicherheitslücken, Performance
Kompletter Relaunch Alles: Technik, Struktur, Inhalte, Design Seite passt nicht mehr zum Unternehmen

Wichtig: Bei einem technischen und einem kompletten Relaunch ist das SEO-Risiko am größten, weil sich URLs und Inhalte ändern. Gerade dann ist die Checkliste Pflicht.

Phase 1: Analyse & Planung

Hier entscheidet sich, ob dein Relaunch gelingt. Jede Stunde, die du hier investierst, sparst du später doppelt.

1. Ziele festlegen. Mehr Anfragen, mehr Umsatz im Shop, weniger Pflegeaufwand? Schreib zwei bis drei messbare Ziele auf. Ohne Ziele weißt du nach dem Launch nicht, ob der Relaunch erfolgreich war.

2. Ist-Zustand messen. Halte die Zahlen von vorher fest: Besuche, Anfragen oder Umsatz, die wichtigsten Rankings, Ladezeit. Das ist deine Vergleichsbasis.

3. Alle URLs erfassen. Crawle die alte Website komplett, z. B. mit Screaming Frog, und exportiere zusätzlich alle URLs aus der Google Search Console und aus deiner Analyse (Seiten mit Traffic). Nur ein Crawl reicht nicht, weil er verwaiste Seiten nicht findet.

4. Die wertvollen Seiten markieren. Welche Seiten bringen Traffic, Rankings, Backlinks oder Anfragen? Diese Seiten müssen eine gleichwertige neue Seite bekommen, auf keinen Fall ersatzlos verschwinden.

5. Backlinks sichern. Prüfe, welche externen Links auf welche Unterseiten zeigen. Jeder dieser Links braucht später eine Weiterleitung, sonst verpufft seine Wirkung.

6. Keywords den Seiten zuordnen. Leg fest, welche Seite für welches Thema ranken soll. Ein Thema, eine Seite. Wenn mehrere Seiten um dasselbe Keyword kämpfen, verlieren meist alle.

7. Rechtliches und Barrierefreiheit klären. Betrifft dich das BFSG? Welche Tools brauchen eine Einwilligung (Cookie-Banner)? Das jetzt zu klären ist deutlich billiger als nach dem Launch nachzubessern.

8. Zeitplan und Zuständigkeiten. Wer liefert Texte, wer Bilder, wer gibt frei? Plane realistisch: Die meisten Verzögerungen entstehen durch fehlende Inhalte, nicht durch Programmierung.

Phase 2: Konzept, Inhalte & Design

9. Neue Seitenstruktur planen. Leite die neue Navigation aus den Zielen und aus der Keyword-Zuordnung ab, nicht aus dem Organigramm deiner Firma.

10. URLs möglichst behalten. Jede URL, die gleich bleibt, ist ein Risiko weniger. Neue URLs nur dann, wenn die alten wirklich unbrauchbar sind (z. B. /?p=123).

11. Weiterleitungsplan anlegen. Eine Tabelle: alte URL → neue URL. Jede alte Seite zeigt auf die inhaltlich passendste neue Seite, nicht pauschal auf die Startseite. Google wertet Massen-Weiterleitungen auf die Startseite meist wie gelöschte Seiten.

12. Inhalte überarbeiten, nicht löschen. Seiten, die gut ranken, verlieren oft Positionen, wenn ihr Text stark gekürzt wird. Besser: Inhalt behalten, aktualisieren, besser strukturieren.

13. Antworten zuerst schreiben. Beginne jeden Abschnitt mit einem Satz, der die Frage direkt beantwortet. Das hilft Leser*innen, Google und KI-Systemen wie ChatGPT oder den Google AI Overviews, die solche Passagen gezielt zitieren.

14. Design mobil zuerst. Entwirf erst die Smartphone-Ansicht, dann den Desktop. Achte auf Kontraste, Schriftgrößen und Klickflächen, das ist gleichzeitig ein großer Teil der Barrierefreiheit.

15. Conversion mitdenken. Wo soll jemand anfragen, kaufen, anrufen? Jede wichtige Seite braucht einen klaren nächsten Schritt.

Phase 3: Entwicklung & Staging

16. Testumgebung vor Google schützen. Die Staging-Seite bekommt einen Passwortschutz. Nur „noindex“ reicht nicht zuverlässig, weil Seiten trotzdem gefunden und verlinkt werden können.

17. Seitentitel und Meta-Descriptions übernehmen oder verbessern. Jede Seite braucht einen eigenen Titel. Gut rankende Titel nicht ohne Grund ändern.

18. Überschriften sauber gliedern. Eine H1 pro Seite, darunter logisch H2 und H3. Überschriften nicht nur als Gestaltungselement verwenden.

19. Strukturierte Daten einbauen. Organization bzw. LocalBusiness, Breadcrumbs, FAQ, bei Shops Product. So verstehen Suchmaschinen und KI-Systeme deine Inhalte besser.

20. Ladezeit optimieren. Bilder in modernen Formaten (WebP/AVIF), Lazy Loading, Caching, so wenig Skripte wie möglich. Miss die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS) schon auf Staging.

21. Barrierefreiheit prüfen. Tastaturbedienung, Alternativtexte, Kontraste, Formular-Beschriftungen, Screenreader-Test. Automatische Tools finden nur einen Teil der Probleme, also zusätzlich von Hand testen.

22. Tracking vorbereiten. Analyse-Tool, Conversion-Ziele und Cookie-Banner einrichten und testen, bevor die Seite live geht. Sonst fehlen dir genau die Daten aus den ersten Tagen.

Phase 4: Go-live

23. Den richtigen Zeitpunkt wählen. Nicht am Freitagnachmittag und nicht vor dem Urlaub. Plane den Launch so, dass das Team die nächsten zwei Tage verfügbar ist.

24. Backup der alten Seite machen. Vollständig, inklusive Datenbank. Wenn etwas schiefgeht, musst du zurückkönnen.

25. Weiterleitungen aktivieren und testen. Lass die Liste der alten URLs aus Punkt 3 automatisiert prüfen: Jede muss mit genau einer 301-Weiterleitung auf die neue Seite führen, ohne Ketten und ohne 404-Fehler.

26. Technik-Check auf der Live-Seite. Passwortschutz und „noindex“ von Staging entfernt? robots.txt korrekt? HTTPS überall? www und ohne www leiten auf eine Version um? Canonical-Tags richtig?

27. Google Bescheid geben. Neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen und die wichtigsten Seiten zur Indexierung anmelden.

Phase 5: Die ersten 4 Wochen danach

28. Täglich die Search Console prüfen. Achte auf 404-Fehler, Indexierungsprobleme und Crawling-Fehler. Neue 404-Fehler sofort mit einer Weiterleitung beheben.

29. Rankings und Traffic vergleichen. Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die Seite neu bewertet. Fällt eine wichtige Seite aber deutlich und dauerhaft ab, vergleiche alten und neuen Inhalt dieser Seite.

30. Formulare, Shop und Tracking testen. Einmal selbst anfragen, einmal selbst bestellen. Kommen die Mails an? Werden die Conversions gemessen? Das wird erstaunlich oft vergessen. Damit danach alles stabil läuft, lohnt sich ein Wartungsvertrag für deine Website.

Die fünf häufigsten Fehler beim Relaunch

  1. Weiterleitungen vergessen oder alle auf die Startseite leiten. Das ist der häufigste Grund für Ranking-Einbrüche.
  2. Gut rankende Inhalte gekürzt, weil das neue Design „luftiger“ sein soll.
  3. Staging-Seite von Google indexiert, sodass es plötzlich doppelte Inhalte gibt.
  4. Tracking erst Wochen nach dem Launch eingebaut. Dann lässt sich der Erfolg nicht mehr belegen.
  5. Nach dem Launch nicht weiter beobachtet. Viele Probleme tauchen erst nach Tagen auf, wenn Google die Seite neu crawlt.

FAQ zum Website-Relaunch

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Bei einer typischen Unternehmenswebsite solltest du mit mehreren Wochen bis wenigen Monaten rechnen, je nach Umfang, Anzahl der Seiten und wie schnell Inhalte und Freigaben kommen. Shops und Seiten mit vielen Schnittstellen dauern länger.

Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht zwangsläufig. Kurze Schwankungen sind normal. Dauerhafte Verluste entstehen fast immer durch fehlende Weiterleitungen, gelöschte Inhalte oder technische Fehler. Genau dafür ist die Checkliste da.

Was ist wichtiger: neues Design oder saubere Technik?

Beides, aber in der Reihenfolge: Technik und Inhalte zuerst. Ein schönes Design auf einer Seite, die niemand findet, bringt keine Anfragen.

Muss meine neue Website barrierefrei sein?

Seit dem 28.06.2025 verlangt das BFSG Barrierefreiheit u. a. für viele Online-Shops und digitale Dienstleistungen gegenüber Verbraucher*innen. Ausnahmen gibt es z. B. für Kleinstunternehmen bei Dienstleistungen. Ob du betroffen bist, solltest du im Einzelfall prüfen lassen. Sinnvoll ist Barrierefreiheit so oder so, weil sie die Seite für alle besser nutzbar macht.

Kann ich beim Relaunch das CMS wechseln?

Ja, das ist sogar einer der häufigsten Gründe für einen Relaunch. Dann ist der Weiterleitungsplan besonders wichtig, weil sich die URL-Struktur fast immer ändert. Wir setzen dabei meist auf WordPress, mehr dazu bei unserer WordPress-Agentur.

Relaunch geplant? Lass uns schnacken.

Du willst deine Website neu aufstellen, ohne das zu verlieren, was du dir bei Google aufgebaut hast? Wir begleiten Relaunches von der URL-Inventur bis zum Monitoring nach dem Go-live, mit WordPress oder individuell entwickelt.

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